Haus Prastrasse Grüsch 2023
Vor rund 20 Jahren wurde in Grüsch das Gebiet Pra erschlossen und entlang der Bahnlinie ein Lärmschutzdamm aufgeschüttet. In den letzten Jahren wurde das Gebiet mehrheitlich mit Einfamilienhäusern überbaut. Die Bauherrschaft konnte 2021 eine der letzten freien Parzellen zwischen der Quartierstraße und der Bahnlinie erwerben.
Der geschosshohe Damm schützt vor Bahnlärm, verhindert aber auch den freien Blick auf die dahinterliegenden, mehrheitlich unbebauten Felder. Das Haus reagiert auf diese Thematik. Durch die asymmetrische Dachform tritt das Gebäude Richtung Bahn zwei-, Richtung Quartier dreigeschossig in Erscheinung. Das Bauen in die Höhe ermöglicht unerwartete Ausblicke und schafft den Bezug zwischen geschütztem Quartier und offenem, gut besonntem Talboden.
Ein befestigter Vorplatz führt von der Quartierstraße ins Sockelgeschoss, welches Platz für Parkierung, Garderobe, Gästezimmer und Waschraum bietet. Über eine doppelläufige Treppe gelangt man in den Wohn-, Koch- und Essbereich im Obergeschoss, wo der freie Blick über die südlichen Felder dominiert. Die überdachte Terrasse, die sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckt, schafft trotz der erhöhten Lage der Wohnräume den Bezug zum Außenraum. Im Inneren führt die Treppe weiter zu den Schlafräumen im Dachgeschoss, die sich wiederum zur ruhigen Quartierseite hin orientieren.
Das Sockelgeschoss des langgezogenen Baukörpers wurde in Sichtbeton, die beiden darüber liegenden Geschosse in Holzelementbauweise ausgeführt. Die Fassade ist mit einer dunklen Holzschalung verkleidet, die Gebäudeeinschnitte schwarz gestrichen. Im Inneren zeigt sich die Bauweise mit Sichtbetonwänden im Erdgeschoss sowie Fichte Dreischichtplatten und Holzdecken in den beiden Obergeschossen. Ein dunkler Anhydritboden, schwarze Einbauten und Installationen fungieren als einheitliche Gestaltungselemente in allen Räumen.








